Definition:
Motivierende Führung bezeichnet die Fähigkeit einer Führungskraft, Umgebungsbedingungen und Interaktionen so zu gestalten, dass Mitarbeitende ihre individuellen Antriebskräfte optimal entfalten können. Dabei geht es weniger um externe Anreize („Zuckerbrot und Peitsche“), sondern um die Förderung der intrinsischen Motivation durch Sinnstiftung, Vertrauen und Selbstwirksamkeit.
Erklärung:
Systemisch betrachtet kann man einen Menschen nicht direkt „motivieren“ wie eine Maschine, die man per Knopfdruck startet. Motivation ist ein innerer Prozess des Individuums. Führung hat hierbei die Aufgabe, „Demotivierung“ zu verhindern und einen Raum zu schaffen, in dem Engagement entstehen kann.
Dies geschieht primär über drei Hebel: Autonomie (Handlungsspielraum), Meisterschaft (die Chance, besser zu werden) und Sinn (das Verständnis für das „Warum“). Motivierende Führung bedeutet, die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeitenden mit den Zielen der Organisation zu synchronisieren. Die Führungskraft agiert dabei als Resonanzkörper, der Fortschritte spiegelt und Hindernisse aus dem Weg räumt, statt lediglich Druck auszuüben.
Typische Merkmale:
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Stärkenorientierung: Aufgaben werden nach Talenten und Potenzialen verteilt, nicht nur nach Verfügbarkeit.
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Sinnvermittlung: Entscheidungen und Ziele werden im Kontext des großen Ganzen erklärt.
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Wertschätzende Feedbackkultur: Erfolge werden sichtbar gemacht und Fehler als Lernchancen genutzt.
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Psychologische Sicherheit: Ein Klima, in dem sich Mitarbeitende trauen, Risiken einzugehen und Ideen zu äußern.
Beispiel aus der Praxis:
Ein IT-Teamleiter bemerkt, dass die Moral bei Routine-Wartungsarbeiten sinkt. Statt Boni zu versprechen, führt er „Innovationstage“ ein, an denen das Team selbst entscheiden kann, welche technischen Schulden es abbaut. Durch die neu gewonnene Autonomie und die Arbeit an selbst gewählten Problemen steigt die Motivation im gesamten Projektalltag wieder an.
Coaching-Impulse:
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Wenn ich heute keine Anweisungen geben dürfte: Was würde meine Mitarbeitenden dazu bewegen, dennoch an ihren Zielen zu arbeiten?
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Welche strukturellen Hürden in unserer Zusammenarbeit wirken aktuell wie eine „Motivationsbremse“?
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Wann habe ich das letzte Mal echtes Interesse an den individuellen Treibern meiner Teammitglieder gezeigt, statt nur über Ergebnisse zu sprechen?
Verwandte Begriffe:
→ Intrinsische Motivation, Sinnkopplung (Purpose), Empowerment, Wertschätzung, Selbstwirksamkeit
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