Strategien für den Umgang mit
herausfordernden Persönlichkeiten
Transparenz-Hinweis: Dieser Beitrag ist frei von Werbezwecken oder Kooperationen. Es handelt sich um eine rein persönliche Empfehlung aus meiner Praxis für Ihre Praxis.
Vermutlich kennt es fast jeder Arbeitgeber und Mitarbeiter: Ein ungelöster Konflikt, ein missverstandenes Wort oder jemand, der im Team ständig für Unruhe sorgt – das kostet unheimlich viel Energie.
Im Urlaub hatte ich die Gelegenheit das Buch „Schwierige Menschen am Arbeitsplatz“ von Heidrun Schüler-Lubienetzki und Ulf Lubienetzki unter die Lupe zu lesen. Die beiden Autoren arbeiten selbst als Coaches und Berater. Sie zeigen sehr praxisnah, wie man im Berufsalltag die Nerven behält und handlungsfähig bleibt.
Der rote Faden: Ein Blick auf die Struktur des Buches
Wie die Autoren das Thema systematisch aufschlüsseln, zeigt ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis. Das Buch ist in fünf große, logisch aufeinander aufbauende Kapitel unterteilt, die uns Schritt für Schritt von der Diagnose zu Lösungsmöglichkeiten führen:
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Toxiker?! – Zu Beginn auf den Punkt gebracht: Der Einstieg in die Definition schwieriger Persönlichkeiten.
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Schleichendes Gift: Wenn das Arbeitsumfeld schleichend zur Belastung wird und wie sich toxische Dynamiken auf Kollegen, Führungskräfte und das gesamte Unternehmen auswirken.
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Toxiker – Was treibt ihn?: Eine tiefe psychologische Analyse der Motive und der Phasen, in denen Manipulation stattfindet.
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Entgiften Sie Ihren Arbeitsplatz: Konkrete und erfolgversprechende Handlungsstrategien für den Umgang mit unangenehmen Situationen.
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Toxische Konstellationen: Ein spannender Blick auf Branchen, in denen diese Dynamiken besonders häufig vorkommen (wie Politik, Medien oder das Finanzwesen), und was wir paradoxerweise sogar von Toxikern lernen können.
Vorstellung verschiedener Persönlichkeitsmerkmale: Die Dunkle Triade
Um zu verstehen, warum manche Menschen den Arbeitsalltag so massiv belasten, werfen die Autoren im dritten Kapitel einen Blick in die Persönlichkeitspsychologie. Das Buch bezieht sich dabei zentral auf das Konzept der sogenannten „Dunklen Triade“. Damit wird eine Kombination aus drei Charaktereigenschaften beschrieben: Narzissmus (extreme Selbstbezogenheit und Geltungsdrang), Machiavellismus (manipulatives Verhalten zur Durchsetzung eigener Ziele) und subklinische Psychopathie (ein Mangel an Mitgefühl und Reue). Wenn diese Eigenschaften im Berufsleben aufeinandertreffen, sprechen die Autoren vom klassischen „Toxiker“ – also Menschen, die das Umfeld bewusst oder unbewusst ausbremsen, manipulieren und das Klima vergiften.
Die wichtigste Botschaft des Buches lautet: Aussitzen bringt nichts. Solche Dynamiken lösen sich selten von alleine auf. Sie kosten das Unternehmen Geld und machen das Team auf Dauer unglücklich oder im schlimmsten Fall krank. Es geht also darum, diese Muster rechtzeitig zu erkennen und aktiv gegenzusteuern.
Drei konkrete Ansätze für die Praxis
Im vierten Kapitel, dem großen Praxisteil, liefert das Buch handfeste Strategien nach dem bekannten Dreiklang „Love it, change it or leave it“. Drei Punkte sind mir dabei besonders aufgefallen:
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Das Verhalten entpersonalisieren: Wenn Sie verstehen, warum jemand so agiert, fällt es leichter, das Ganze nicht persönlich zu nehmen. Es geht um die Muster des anderen, nicht um Sie.
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Klare Grenzen setzen: Manipulativen Verhaltensweisen entzieht man am besten den Nährboden, indem man sachlich und unmissverständlich Stopp sagt. Das braucht Mut, ist aber der einzige Weg heraus aus der Passivität.
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Die eigene Rolle hinterfragen: Das Buch regt auch dazu an, sich selbst zu reflektieren. Wie reagiere ich auf solche Menschen? Wo kann ich meine eigene Gelassenheit und Resilienz stärken, um gar nicht erst in eine Opferrolle zu geraten?
Prävention vor Toxikern: Warum Kultur der beste Schutz ist
Ein extrem wertvoller Gedanke der Autoren betrifft das Umfeld selbst, den sie unter dem Aspekt der Prävention beleuchten. Die Stimmung im Team entscheidet maßgeblich darüber, ob ein Toxiker überhaupt eine Chance hat.
Ein starkes, gesundes Betriebsklima wirkt wie ein Immunsystem. Wenn im Team Offenheit, Vertrauen und psychologische Sicherheit herrschen, finden manipulative Verhaltensweisen kaum Nährboden. Toxiker werden dann quasi automatisch vertrieben oder passen sich an, weil sie keine Angriffsfläche finden.
Umgekehrt gilt leider dasselbe: Ein ohnehin geschwächtes, von Misstrauen und ungeklärten Konflikten geprägtes Klima zieht toxische Dynamiken förmlich an und bietet ihnen den perfekten Raum zur Entfaltung. Als Führungskraft oder Team haben Sie es also selbst in der Hand – eine gute Kultur ist der beste Schutz! Es lohnt sich also, in die Zusammenarbeit und Kommunikation mit den Kollegen zu investieren.
Was Sie für Ihren Führungsalltag mitnehmen können
Wenn Sie Teams leiten oder Personalverantwortung tragen, sind diese drei Impulse besonders wertvoll:
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Hinschauen statt wegschauen: Sobald Sie merken, dass die Stimmung kippt oder unterschwellige Konflikte schwelen, sollten Sie das Gespräch suchen. Je länger man wartet, desto verhärteter werden die Fronten.
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Sachlich bleiben: Wer sich auf emotionale Spiele einlässt, verliert die Kontrolle über die Situation. Ruhige, faktenbasierte Kommunikation ist hier das beste Werkzeug.
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Strukturen schärfen: Manchmal hilft es schon, Zuständigkeiten und Kommunikationsregeln im Team noch einmal ganz unmissverständlich zu definieren. Das nimmt schwierigen Dynamiken den Raum.
Mein Fazit
Das Buch von Heidrun Schüler-Lubienetzki und Ulf Lubienetzki ist ein toller Leitfaden für den Umgang mit schwierigen Menschen am Arbeitsplatz. Es holt den Leser genau dort ab, wo der Frust im Job oft entsteht, und zeigt konkrete, strukturierte Auswege.
Eine absolute Leseempfehlung für alle Führungskräfte und Angestellten, die sich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen wollen.