Frühwarnzeichen von Burnout
Definition:
Frühwarnzeichen von Burnout sind körperliche, emotionale und mentale Veränderungen, die darauf hindeuten können, dass eine länger anhaltende Belastung zunehmend die eigenen Ressourcen beansprucht. Sie entwickeln sich häufig schleichend und werden deshalb im Alltag nicht immer sofort als Warnsignale wahrgenommen.
Erklärung:
Burnout entsteht in der Regel nicht von einem Tag auf den anderen. Häufig geht ihm eine längere Phase voraus, in der Belastung und Erholung zunehmend aus dem Gleichgewicht geraten.
Gerade am Anfang wirken viele Veränderungen noch unscheinbar. Man ist häufiger müde, reagiert schneller gereizt oder benötigt nach der Arbeit mehr Zeit, um sich zu erholen. Vielleicht fällt es schwerer, gedanklich abzuschalten, oder der Sonntagabend fühlt sich bereits belastend an, weil die neue Arbeitswoche bevorsteht.
Oft werden solche Signale zunächst mit einer anstrengenden Phase erklärt. Das ist nachvollziehbar, denn einzelne Symptome wie Müdigkeit, Schlafprobleme oder Gereiztheit kennt nahezu jeder Mensch.
Interessanter wird die Entwicklung, wenn mehrere Veränderungen gleichzeitig auftreten, über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben und Erholung zunehmend weniger Wirkung zeigt.
Auch das eigene Verhalten kann sich verändern. Manche Menschen ziehen sich zurück, andere werden ungeduldiger oder zynischer. Wieder andere reagieren auf ihre nachlassende Leistungsfähigkeit mit noch mehr Einsatz. Sie arbeiten länger, verzichten auf Pausen und versuchen, durch zusätzliche Anstrengung auszugleichen, was ihnen zunehmend schwerfällt.
Gerade dieser Versuch, weiterhin genauso leistungsfähig zu bleiben wie zuvor, kann dazu führen, dass frühe Warnzeichen lange übergangen werden.
Wie es sich zeigen kann:
Vielleicht merken Sie zunächst nur, dass Sie abends weniger Energie haben. Sport fällt häufiger aus, Verabredungen werden abgesagt und am Wochenende möchten Sie eigentlich nur noch Ihre Ruhe haben.
Trotzdem funktioniert der Alltag weiter.
Sie gehen zur Arbeit, erledigen Ihre Aufgaben und übernehmen weiterhin Verantwortung. Nach außen fällt möglicherweise kaum etwas auf.
Mit der Zeit verändert sich jedoch etwas. Dinge, die früher selbstverständlich waren, fühlen sich anstrengender an. Kleine Störungen lösen ungewöhnlich viel Ärger aus. Sie schlafen schlechter oder wachen morgens bereits erschöpft auf.
Vielleicht sagen Sie sich immer wieder: „Wenn diese Woche vorbei ist, wird es ruhiger.“
Doch die ruhigere Phase kommt nicht oder sie reicht nicht mehr aus, um sich wirklich zu erholen.
Mögliche Frühwarnzeichen:
• Schwierigkeiten, nach der Arbeit abzuschalten
• Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung
• Zunehmende Gereiztheit oder Ungeduld
• Schlafprobleme
• Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit
• Sinkende Belastbarkeit (körperlich und mental)
• Häufigeres Arbeiten über die eigenen Grenzen hinaus
• Vernachlässigung von Pausen und Erholungszeiten
• Rückzug von sozialen Kontakten und Freizeitaktivitäten
• Gefühl, ständig funktionieren zu müssen
• Nachlassende Motivation
• Wachsende Distanz oder negative Haltung gegenüber der Arbeit
Ein einzelnes dieser Anzeichen bedeutet nicht, dass ein Burnout vorliegt oder entstehen wird. Interessanter ist das Gesamtbild: Wie viele Veränderungen treten gleichzeitig auf, wie lange bestehen sie bereits und gelingt es noch, sich ausreichend zu erholen?
Beispiel aus dem Alltag:
Ein Mitarbeiter arbeitet seit mehreren Monaten unter hohem Zeitdruck. Zunächst macht ihm die zusätzliche Arbeit wenig aus. Er bleibt häufiger länger und erledigt gelegentlich auch am Wochenende Aufgaben.
Nach einiger Zeit schläft er schlechter und reagiert bei kleinen Problemen ungewöhnlich gereizt. Sport und Treffen mit Freunden sagt er häufiger ab, weil ihm dafür die Energie fehlt.
Er selbst betrachtet die Veränderungen zunächst unabhängig voneinander. Erst als er bemerkt, dass selbst ein freies Wochenende kaum noch Erholung bringt, beginnt er, die Entwicklung als Ganzes wahrzunehmen.
Reflexionsimpulse:
• Hat sich meine Belastbarkeit in den vergangenen Monaten verändert?
• Wie gut gelingt es mir noch, mich tatsächlich zu erholen?
• Welche Aktivitäten habe ich reduziert, um weiterhin genügend Energie für meine Verpflichtungen zu haben?
• Bin ich gereizter, erschöpfter oder unkonzentrierter als früher?
• Arbeite ich inzwischen häufiger über meine eigenen Grenzen hinaus?
• Welche Veränderungen würden Menschen bemerken, die mich schon lange kennen?
• Warte ich seit längerer Zeit darauf, dass es irgendwann von selbst wieder ruhiger wird?
Verwandte Begriffe:
→ Burnout