Burnout


 

Definition:

Burnout bezeichnet einen Zustand körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung, der infolge von chronischem, nicht erfolgreich bewältigtem Stress entsteht. Betroffene fühlen sich dauerhaft ausgelaugt, verlieren zunehmend ihre Leistungsfähigkeit und entwickeln häufig eine innere Distanz zur Arbeit.

Erklärung:

Der Begriff Burnout beschreibt keinen vorübergehenden Erschöpfungszustand, sondern einen schleichenden Prozess, der sich über Monate oder Jahre entwickeln kann. Er entsteht meist durch das Zusammenwirken verschiedener Faktoren, beispielsweise anhaltende Arbeitsbelastung, fehlende Erholungsphasen, unklare Rollen, hoher Leistungsdruck oder mangelnde Wertschätzung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt Burnout in der International Classification of Diseases (ICD-11) als ein arbeitsbezogenes Syndrom, das aus chronischem Stress am Arbeitsplatz resultiert, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Burnout wird dort nicht als eigenständige Krankheit, sondern als berufsbezogenes Phänomen eingeordnet.

Typische Anzeichen sind:

• Anhaltende körperliche und emotionale Erschöpfung

• Sinkende Leistungsfähigkeit und Konzentration

• Zunehmende Distanz oder Gleichgültigkeit gegenüber der Arbeit

• Gereiztheit und emotionale Erschöpfung

• Schlafstörungen und anhaltende Müdigkeit

• Das Gefühl, den Anforderungen dauerhaft nicht mehr gerecht zu werden

Führungskräfte tragen eine doppelte Verantwortung. Zum einen sind sie selbst häufig einem hohen Belastungsniveau ausgesetzt. Zum anderen prägen sie durch ihr Führungsverhalten die Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeitenden. Eine Kultur der Offenheit, realistische Zielsetzungen, regelmäßiges Feedback und ausreichende Erholungsphasen können dazu beitragen, Burnout vorzubeugen.

Typische Merkmale:

• Chronische Erschöpfung trotz Erholungsphasen

• Nachlassende Motivation und Leistungsfähigkeit

• Emotionale Distanz zur Arbeit

• Gefühl von Überforderung und Kontrollverlust

• Erhöhte Stressanfälligkeit

• Rückzug aus sozialen Kontakten

• Körperliche und psychische Warnsignale

Burnout entwickelt sich meist schrittweise. Je früher Warnsignale erkannt werden, desto besser können Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Prävention ist dabei wirksamer als spätere Intervention.

Beispiel aus der Praxis:

Eine Bereichsleiterin übernimmt über einen längeren Zeitraum zusätzlich mehrere Projekte, arbeitet regelmäßig bis spät in den Abend und verzichtet auf ausreichende Erholungsphasen. Gleichzeitig fühlt sie sich verantwortlich, jederzeit erreichbar zu sein. Mit der Zeit nehmen Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen und emotionale Erschöpfung zu. Erst im Coaching erkennt sie ihre persönlichen Belastungsmuster und entwickelt Strategien zur Priorisierung, Abgrenzung und Selbstfürsorge.

Coaching-Impulse:

• Welche Warnsignale nehme ich bei mir selbst wahr?

• Welche Erwartungen setze ich mir – und welche davon sind realistisch?

• Wie gelingt mir die Balance zwischen Leistung und Regeneration?

• Welche Rahmenbedingungen schaffe ich, damit mein Team gesund und leistungsfähig arbeiten kann?

Verwandte Begriffe:

→ Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz

→ Resilienz

→ Stressmanagement

→ Gesunde Führung

→ Psychologische Sicherheit

→ Work-Life-Balance

→ Selbstfürsorge

Quellen und weiterführende Literatur

World Health Organization (WHO): International Classification of Diseases (ICD-11) – Burn-out (QD85)

Christina Maslach & Michael P. Leiter: The Truth About Burnout

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Forschung zu psychischer Gesundheit und Arbeitsbelastung

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN): Informationen zu psychischen Belastungen und Prävention

Hinweis: Burnout sollte nicht mit einer Depression oder anderen psychischen Erkrankungen gleichgesetzt werden. Die Symptome können sich überschneiden, unterscheiden sich jedoch in Diagnose und Behandlung. Bei anhaltender Erschöpfung oder psychischen Beschwerden sollte frühzeitig professionelle medizinische oder psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch genommen werden.